Kassetten – Definition, Funktionswiese & Digitalisierung

02.02.2026 Kassetten Lesedauer: 4min

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Auch wenn Kassetten heute meist nicht mehr zu kaufen sind, gibt es noch viele Menschen, welche solche Exemplare in ihrem Keller oder auf dem Dachboden finden. Die Kompaktkassette bzw. Musikkassette, um welche es im folgenden Beitrag gehen soll, ist heute hauptsächlich eine nostalgische Erinnerung, welche Sie als Scan-Produkt digitalisieren lassen können.

Kassetten „kurz erklärt“

Eine Kassette ist ein magnetbandbasierter Audio-Datenträger, bei dem ein beschichtetes Band auf zwei Spulen aufgewickelt und in einem Kunststoffgehäuse geschützt ist. Sie dient der Aufzeichnung und Wiedergabe von Sprache, Musik und Geräuschen.

Definition: Kassetten

Die Kassette, korrekt Kompaktkassette (engl. Compact Cassette, CC), ist ein analoges Medium zur Tonaufzeichnung. Sie wird auch als Audiokassette, Musikkassette, Magnetkassette oder kurz MC bezeichnet.

Im Inneren befindet sich ein Magnetband, das zwischen zwei Spulen transportiert wird. Beim Abspielen oder Aufnehmen läuft das Band an Tonköpfen vorbei, welche die Audiosignale magnetisch lesen oder schreiben.

Abzugrenzen sind Audiokassetten von:

  • Videokassetten (z. B. VHS, Video8)
  • MiniDV (digitales Bandformat)

Technische Funktionsweise

Kassetten speichern Toninformationen analog:

  • Das Audiosignal wird in magnetische Veränderungen auf dem Band umgewandelt
  • Das Band läuft mit konstanter Geschwindigkeit am Tonkopf vorbei
  • Beim Abspielen werden diese Magnetisierungen wieder in elektrische Signale übersetzt

 

Spuren & Bandgeschwindigkeit

  • Meist 4-Spur-Technik (zwei Spuren pro Seite, Stereo)
  • Bandgeschwindigkeit: 4,76 cm/s
  • Die geringe Geschwindigkeit ermöglicht lange Laufzeiten, reduziert jedoch die Klangqualität im Vergleich zu Tonbändern oder Schallplatten

Typen von Audiokassetten

Nicht alle Kassetten sind gleich. Sie unterscheiden sich im Bandmaterial:

Typ Material Eigenschaften
Typ I Eisenoxid Standard, robust
Typ II Chromdioxid bessere Höhen
Typ III Ferrichrom selten
Typ IV Metall höchste Qualität

Hochwertige Typ-II- und Typ-IV-Kassetten sind heute besonders sammelwürdig.

Geschichte

Die erste nennenswerte Kassette nach der Tondrahttechnologie wurde 1958/59 von der Radio Corporation of America (RCA) entwickelt, konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da sie fast dreimal so groß wie die heute bekannte Kassette war. Die deutsche Firma Protona stellte daraufhin ein kleineres Magnetbandgerät her, welches jedoch schon bald von der weiterentwickelten Version des Herstellers Philips abgelöst wurde. Beide Varianten konnten bereits HiFi-Tonqualität erzeugen, basierten allerdings auf nur einer Spule.

Die heute bekannte Zweiloch-Kassette entstand ebenfalls bei Philips, in einem kleinen Entwicklerteam um Lou Ottens. Dieser ließ einen Holzblock anfertigen, der gerade die richtige Größe für eine Jackentasche hatte, und setzte diese Größe als Basis für die Entwicklung. Dadurch erhielt das Projekt den Namen „pocket recorder.“ 1964 wurde die im Team erarbeitete Idee und Umsetzung dann patentiert, woraufhin auch ein passendes Abspielgerät hergestellt wurde.

1963 wurde die Compact Cassette dann der Öffentlichkeit vorgestellt und ging ein Jahr später, nach der Patentierung, in den Verkauf. Daraufhin wurde sie prompt von japanischen Firmen kopiert, weshalb Philips intervenierte und Lizenzen vergab unter der Bedingung internationaler Standardisierung. In den 1970er Jahren wurde sie dann immer beliebter und bekannter, vor allem bei der Jugend.

Ab 1990 nahm der Verkauf jedoch stark ab, da vermehrt digitale Datenträger wie die MiniDisc und schließlich auch die CD auf den Markt kamen. Seit etwa 2014 gibt es allerdings wieder einige Künstler, besonders im Indie-Bereich, welche ihre Alben neben digitalen Datenträgern oder Schallplatten auch auf Kassetten veröffentlichen.

Typische Inhalte auf Kassetten

Auf Audiokassetten finden sich häufig:

  • Musikaufnahmen und Alben
  • selbst erstellte Mixtapes
  • Hörspiele
  • Sprachaufnahmen
  • Interviews
  • Mitschnitte von Radiosendungen
  • private Nachrichten und Erinnerungen

Viele dieser Inhalte existieren nur ein einziges Mal.

Typische Schäden und Alterung

Kassetten altern durch chemische und mechanische Prozesse:

  • Banddehnung oder -verzug
  • Signalverlust durch Entmagnetisierung
  • Bandsalat (Band löst sich von der Spule)
  • Schimmelbefall bei hoher Luftfeuchtigkeit
  • Klebriges Band (Bindemittelzersetzung)
  • Rauschen, Höhenverlust, Aussetzer

Ein beschädigtes Band kann beim Abspielen dauerhaft zerstört werden.

Aufbewahrung & Lebensdauer

Wie bei den meisten anderen Magnetbändern gilt auch bei Kassetten eine trockene und kühle Lagerung bei etwa 20 °C und 20–40 % Luftfeuchtigkeit. Des Weiteren sollten sie von Staub, Schmutz und jeglichen elektronischen Geräten ferngehalten werden, da diese die Magnetbeschichtung beschädigen können. Ebensowenig sollten die Bänder direkt mit den Fingern berührt werden.

Eine senkrechte Lagerung in sicheren Plastikboxen ist empfohlen, bei welchen der Datenträger mit der Bandschutzklappe in Richtung Kassettenschacht zeigen sollte. Das Band zum Anfang zurückzuspulen vermeidet außerdem unnötige Spannung. Reparaturen sollten ausschließlich von Fachpersonal durchgeführt werden.

Bei guter Pflege können Kompaktkassetten durchaus 20–35 Jahre abspielbar bleiben.

Digitalisierung

Um eine Kassette zu digitalisieren, muss das Abspielgerät über einen digitalen Konverter an den PC angeschlossen werden. Daraufhin sind spezielle Programme nötig, um die Inhalte auslesen und digitalisieren zu können. Einfacher geht dies mit einem Scandienstleister wie ScanProfi, welcher die ganze Arbeit für Sie übernimmt.

Warum Kassetten digitalisieren?

Die Digitalisierung bietet klare Vorteile:

  • Schutz vor weiterem Qualitätsverlust
  • einfache Archivierung
  • platzsparende Speicherung
  • Nutzung auf modernen Geräten
  • Sicherung einzigartiger Inhalte

Da Abspielgeräte immer seltener werden, steigt der Wert digitaler Sicherungen.

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Häufig gestellte Fragen

Eine Kassette ist ein magnetbandbasiertes Speichermedium. Der Begriff bezeichnet im Allgemeinen sowohl die Ton- als auch die Videokassetten, wird jedoch im alltäglichen Sprachgebrauch hauptsächlich für Audiokassetten verwendet.

Das Wort „Kassette“ wird im Deutschen mit zwei „s“ und zwei „t“ geschrieben.

Zu Hause können Kassetten digitalisiert werden, indem der Rekorder über einen digitalen Konverter mit dem Computer verbunden wird. Da dies oft externe Ressourcen und Softwares benötigt, bietet sich ein Dienstleister wie ScanProfi an, um die alten Schätze in das digitale Zeitalter zu überführen.