PDF – Definition, Verwendung & Barrierefreiheit

14.09.2026 5min Textdateien
Zuletzt aktualisiert am 09.07.2026

PDF „kurz erklärt“

Eine PDF ist ein Dateiformat, welches eine hohe Kompatibilität mit jedem Gerätetyp und Betriebssystem aufweist. Es eignet sich für Textdateien, sowie für Kombinationen von Text und Bild. Die verschiedenen Varianten garantieren einen perfekten PDF-Typ für jede Nutzungsmöglichkeit.

Was ist eine PDF?

PDF steht für Portable Document Format, also tragbares Dokumentenformat. Die Textdatei wurde 1993 von Adobe entwickelt und sollte eine Kompatibilität mit allen Gerätetypen und Betriebssystemen aufweisen. Dies ist auch der Grund, warum es heute eines der bekanntesten und meistgenutzten Dateiformate ist.

Verwendung

Für PDF-Dokumente gibt es verschiedene Verwendungszwecke, für welche teilweise sogar unterschiedliche Varianten existieren.

Variante Bezeichnung Verwendung
PDF Standard Austausch von Dokumenten
PDF/A Archivierung Langzeitarchivierung
PDF/X Druck/Exchange Druckvorlagen in CMYK
PDF/E Engineering Technische Dokumente, Pläne
PDF/UA Universal Accessibility Norm für Barrierefreiheit
PDF/VT Variable Data Personalisierter Datendruck
PAdES PDF Advanced Electronic Signatures Digitale Unterschriften in PDF-Dateien

Innerhalb dieser Varianten gibt es dann noch eine Unterscheidung in Basic (b), als Standard für die visuelle Reproduzierbarkeit, Accessible (a) für zusätzliche Barrierefreiheit und Unicode (u), was die Durchsuchbarkeit verbessert.

Wer einfach nur eine PDF-Datei erstellt, erhält eine normale Standard-PDF. Für alle anderen Varianten gibt es spezielle Programme, welche zur Erstellung beitragen.

Erstellung und Konvertierung

Eine PDF ist kein Dokument, dessen Inhalt erst erschaffen wird. Eine PDF entsteht, wenn ein anderes Dokument in dieses Dateiformat konvertiert wird. Es gibt demnach auch Fälle, in welchen eine PDF in ein anderes Format überführt werden soll.

Erstellung einer PDF

In Microsoft- oder Google-Programmen kann das Dokument einfach als PDF gespeichert oder exportiert werden, indem PDF als Zielformat angegeben wird. Auch über die „Drucken“-Funktion lassen sich Dokumente in PDFs umwandeln, indem das Schriftstück nicht auf Papier gedruckt, sondern als Datei abgespeichert wird.

Bei anderen Dateiformaten oder bei fehlender Exportfunktion gibt es auch online kostenfreie oder kostenpflichtige Programme, welche die Datei umwandeln.

Für analoge Dokumente gibt es neben den klassischen Scanner-Typen, welche den Scan direkt als PDF abspeichern können, auch Scanner-Apps, welche das Dokument über die Smartphone-Kamera einscannen.

Konvertierung PDF in anderes Format

PDFs in andere Dateitypen umzuwandeln, ist sehr anspruchsvoll. Enthält die Datei nur reinen Text, so kann Word diese oft einfach öffnen oder der Text kann kopiert und in einem Word-Dokument eingefügt werden. Eine optische Zeichenerkennung in der PDF ist hier ausschlaggebend, damit der Text auch erkannt und nicht nur als Bild dargestellt wird.

Für eine echte Umwandlung in andere Dateiformate gibt es bestimmte Programme wie Original-Acrobat (lizenziert) oder iLovePDF (kostenlos), welche das Dokument in das gewünschte Format übertragen.

Sicherheit

Für den Schutz einer PDF-Datei gibt es verschiedene Maßnahmen, je nachdem, wovor das Dokument geschützt werden soll.

  • Schreibschutz
    Soll das Dokument lediglich davor bewahrt werden, dass Viewer unbeabsichtigt etwas verändern, eignet sich eine Speicherung als PDF/A. Alle Ressourcen, wie Schriftarten oder Farben, sind im Dokument eingebettet und die Inhalte sind eingefroren. Einen vollständigen Kopierschutz bietet diese Variante allerdings nicht.
  • Zugriffsschutz
    Der Zugriffsschutz wird über Passwörter ausgeführt. Hier unterscheidet man Benutzerkennwörter und Berechtigungskennwörter. Benutzerkennwörter werden zum Öffnen des Dokuments benötigt, da die Inhalte sonst verschlüsselt bleiben. Bei einem Berechtigungskennwort kann die Datei zwar einfach geöffnet werden, einzelne Aktionen wie Kopieren, Drucken oder Bearbeiten werden jedoch erst durch das Passwort freigeschaltet.
  • Verschlüsselung
    Eine Verschlüsselung, oft nach AES (Advanced Encryption Standard), schützt das Dokument während des digitalen Versands vor unbefugtem Eingreifen.
  • Digitale Signaturen und Stempel
    Digitale Stempel und Signaturen beschützen sowohl die Authentizität, dass der genannte Autor auch wirklich der echte Autor ist, als auch die Integrität, dass das Dokument nach dem Abspeichern nicht noch einmal verändert wurde.
  • Schwärzen
    Sollen bestimmte Bereiche des Dokuments überhaupt nicht mehr sichtbar sein, so können diese geschwärzt werden. Was früher durch einen schwarzen Stift auf Papier geschehen ist, kann heute nicht durch einen schwarzen Kasten im Dokument ersetzt werden, da der Text darunter noch immer existiert. Stattdessen können die entsprechenden Pixel mithilfe professioneller Tools unwiderruflich gelöscht werden. Hierdurch können auch verborgene Informationen wie Metadaten entfernt werden.

Metadaten

Standard-Metadaten finden sich unter den Eigenschaften im Menü bei einem Rechtsklick. Dazu zählen:

  • Titel/Dateiname
  • Verfasser/Ersteller der Datei
  • Thema und Stichwörter des Inhalts
  • Erstellungs- und Bearbeitungsdatum
  • Erstellungssoftware

Neben den Standarddaten sind allerdings noch weitere Informationen gespeichert, beispielsweise Schriftarten, Farben und die Versionshistorie. Diese werden als XMP-Metadaten (Extensible Metadata Platform) bezeichnet.

Insider-Tipp von ScanProfi

In der Regel können PDF-Dokumente für einen Druck einfach hochgeladen werden. Um sicherzugehen, dass ein Dienstleister beispielsweise alles exakt wie abgespeichert auch ausdrucken kann, sollten die Schriftarten in das Dokument eingebettet werden. Dies geht während des „Speichern unter…“ Prozesses, nachdem PDF als Dateityp ausgewählt wurde, indem unter „Optionen“ ein Haken bei ISO 19005-1-kompatibel (PDF/A) gesetzt wird.

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Wie funktioniert die Barrierefreiheit in PDFs?

Barrierefreiheit für beeinträchtigte Menschen wird heute immer wichtiger, sodass auch PDFs, welche online verfügbar sein sollen, bestimmten Kriterien entsprechen sollten.

  • Struktur durch Tagging
    Tags sind unsichtbare Markierungen, welche die einzelnen Teile des Textes bezeichnen, beispielsweise Überschriften, Absätze oder Listen. Auch die Lesereihenfolge bei mehrspaltigen Texten kann hierdurch spezifiziert werden.
  • Alternativtext für Bilder
    Sehbeeinträchtigte Menschen nutzen oft eine Vorlesefunktion. Diese kann Bilder jedoch nicht eigenständig auswerten, sodass jede Grafik durch einen Alternativtext beschrieben werden muss. Dekorative Elemente wie Trennlinien sollten als Artefakte markiert werden, damit die Lesefunktion diese nicht beachtet.
  • Kontraste
    Um Elemente besser sichtbar zu machen, sollten die Helligkeits- und Farbunterschiede zwischen dem Hintergrund und dem Text/der Grafiken deutlich sein. Ebenso sollten Informationen nicht ausschließlich farbenabhängig sein, sodass auch Farbenblinde nicht beeinträchtigt sind.
  • OCR-Texterkennung
    Ein Dokument sollte immer mithilfe einer OCR-Software digitalisiert werden, sodass der Text durchsuchbar ist.
  • Aussagekräftige Metadaten
    Ein Screenreader trifft Aussagen über die Relevanz des Dokuments bereits anhand des Metatitels und der allgemeinen Metainformationen. Sowohl die Sprache als auch weitere Tags sind hier relevante Informationen.

Die beste Möglichkeit, eine PDF auf Barrierefreiheit zu testen, ist ein PAC (PDF Accessibility Checker). Diese Software überprüft, ob das Dokument alle Standards erfüllt, um als PDF/UA eingestuft zu werden.

Häufig gestellte Fragen

PDF steht für Portable Document Format und ist ein Dateiformat, das von allen Geräten mit allen Betriebssystemen geöffnet werden kann. Die hohe Kompatibilität machte diesen Dateityp so beliebt.

Nicht immer. Manche Webseiten stellen PDFs nur gegen Gebühren zum Download bereit. Das Öffnen einer heruntergeladenen PDF geht jedoch kostenlos, sofern das entsprechende Programm auf dem Gerät installiert ist.

Theoretisch können PDFs auch Malware enthalten, weshalb sie nur aus vertrauenswürdigen Quellen angenommen werden sollten. In der Regel sind PDFs jedoch harmlos.