
Fotonegative sind die wohl bekannteste Variante der analogen Fotografie. Noch heute wird das stilisierte Abbild des Fotostreifens mit den Löchern am Rand weltweit als Symbol für Fotografie und Film verwendet. Doch was genau ist ein Negativ? Und wie wird aus dem Negativ das fertige Bild? Dieser Artikel enthält alle wesentlichen Informationen zu diesem Scan-Produkt.
Negative „kurz erklärt“
Ein Negativ ist eine Fotoaufnahme, bei der das Bild spiegelverkehrt in komplementären Tönen abgebildet wird. Die natürlichen Farben zeigen sich erst nach dem Entwicklungsprozess.
Definition: Negative
Negative sind belichtete und entwickelte Filmstreifen, die als Ausgangspunkt für analoge Fotoabzüge dienen. Sie bestehen aus einem lichtempfindlichen Material, das beim Fotografieren die Szene spiegelverkehrt und in umgekehrten Tonwerten festhält. Negative sind eines der wichtigsten Medien der analogen Fotografie, da sie als ursprüngliche Aufnahme dienen und beliebig oft reproduziert werden können.

Wie funktionieren Negative? – Aufbau & Technik
Ein Negativ besteht aus mehreren Schichten, die gemeinsam das Bild speichern.
Aufbau eines Negativs
- Trägermaterial: durchsichtiges Polyester oder Triacetat
- Emulsionsschicht: enthält lichtempfindliche Silberhalogenidkristalle
- Schutzschichten: gegen Kratzer, Feuchtigkeit und Alterung
Beim Belichten entsteht ein sogenanntes latentes Bild, das erst während der chemischen Entwicklung sichtbar wird. Die Entwicklung kehrt die Tonwerte um, sodass aus Licht Dunkel und aus Dunkel Licht wird. Bei Farbnegativen entstehen zusätzlich drei Farbschichten (Cyan, Magenta, Gelb), die später im Positiv richtig zusammengesetzt werden.
Verfahren: Das Negativ-Positiv-Prinzip
Das Fotografieren mit Negativfilm wird als Negativverfahren bezeichnet.
Dabei gilt:
- Helle Bereiche → erscheinen dunkel
- Dunkle Bereiche → erscheinen hell
Um das Motiv im Originalton wiederzugeben, wird das Negativ auf lichtempfindliches Fotopapier projiziert oder belichtet. Dabei werden die Tonwerte erneut umgekehrt, es entsteht das Positiv, also das fertige Foto.
Dieses Verfahren erlaubt es, aus einem einzigen Negativ beliebig viele Abzüge zu erstellen.
Filmtypen
Negative gibt es in unterschiedlichen filmischen Ausführungen, die jeweils eigene Eigenschaften besitzen.
Schwarz-Weiß-Negative
- klassisches Silberhalogenidverfahren
- hoher Kontrast und feinste Tonabstufungen
- beliebt bei Kunst- und Reportagefotografie
Farbnegativfilm (C-41)
- verbreitetster Farbfilm
- großer Belichtungsspielraum
- ideal für Alltags-, Portrait- und Reisefotografie
Diapositive / Umkehrfilm (positiv)
Kein Negativ – aber wichtig zur Abgrenzung:
- E-6 Prozess
- liefert sofort ein Positiv (Dia)
- sehr hohe Farbstabilität
- beliebt für Projektionen und Archivierung
Filmformate von Negativen
Negative werden in verschiedenen Größen hergestellt. Die gängigsten Formate:
| Format | Beschreibung | Einsatz |
| 35 mm (Kleinbild) | 24×36 mm pro Bild | Alltag, Reise, analoge Kompaktkameras |
| 120/220 (Mittelformat) | verschiedene Größen (z. B. 6×6, 6×7) | professionelle Fotografie, hohe Detailtreue |
| Großformat | Negative bis 4×5 oder 8×10 Zoll | Studio-, Architektur- und Kunstfotografie |
Das Format beeinflusst Bildqualität, Schärfentiefe und Detailgrad.
Bedeutung & Vorteile von Negativen
Negative gelten als Mastermaterial und besitzen hohe bildliche Qualität.
Warum Negative wertvoll sind:
- sie enthalten die höchste Informationsdichte
- ermöglichen viele Abzüge in unterschiedlichen Stilen
- bieten großen Spielraum für Belichtung, Kontrast und Farbgestaltung
- eignen sich hervorragend für Archivierung und Langzeitaufbewahrung
Aufbewahrung & Lebensdauer
Negative sind, wie viele analoge Bildmaterialien, sehr empfindlich gegenüber verschiedensten Einflüssen. Eine der wichtigsten Schadensquellen ist Sonnenlicht. Analoge Fotografien werden häufig über Reaktionen mit Licht hergestellt, weshalb fertige Bilder oft anfällig dafür sind. Sonneneinstrahlung kann zu Verfärbungen und Ausbleichen führen.
Eine Zusammenfassung der Faktoren:
- Sonne & UV-Licht → Verfärbungen, Ausbleichen
- Feuchtigkeit → Schimmelgefahr
- Hitze → chemische Zersetzung
- Fingerabdrücke → Fettflecken, dauerhafte Schäden
- Kratzer → sichtbare Linien auf dem Foto
- Staub → dunkle Punkte im Scan oder Abzug
Des Weiteren sollten Negative auch kühl und trocken gelagert werden, um Schimmel und physischen Verfall zu vermeiden bzw. hinauszuzögern. Auch sollten die Fotostreifen vor Chemikalien, Hitze, Fingerabdrücken, Kratzern und Staub geschützt werden. Generell empfiehlt sich daher eine Aufbewahrung in Ordnern oder Kisten an lichtgeschützten, kühl-trockenen Orten.
Digitalisierung
Das Digitalisieren von Negativen ist mit einem einfachen Scanner nicht möglich. Zwar gibt es für manche Flachbettscanner ansteckbare Erweiterungen, welche die Durchleuchtung ermöglichen, jedoch sind diese nicht mit professionellen Scans zu vergleichen. Für das bestmögliche Ergebnis ist ein Scandienstleister wie ScanProfi jedoch empfehlenswert.
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Geschichte
Die Methode der Negativfotografie wurde in den 1930er Jahren von William Henry Fox Talbot in England erfunden, wodurch ein Foto zum ersten Mal vervielfältigt werden konnte. Jedoch wollte Talbot seine Erfindung nicht mit anderen Menschen teilen, oder nur für sehr hohe Geldbeträge.
Zeitgleich mit der Kalotypie Talbots wurde die Daguerreotypie in Frankreich erfunden, welche wesentlich feinkörnigere Bilder entwickeln konnte. Zeitlebens konkurrierten beide Verfahren miteinander, bis sie schließlich von digitalen Kameras abgelöst wurden.
Häufig gestellte Fragen
Negative sind fotografische Filme, auf denen das Subjekt spiegelverkehrt und in komplementären Farbtönen abgebildet ist. Aus ihnen können über das Negativ-Positiv-Verfahren viele naturgetreue Positivkopien hergestellt werden.
Ein Negativ kann in einer Dunkelkammer unter dem Einfluss verschiedener Chemikalien vervielfältigt werden.
Ja, theoretisch ist das möglich. Für ein angemessenes Ergebnis sollte das Negativ von hinten beleuchtet werden, während es abfotografiert wird. Um eine optimale Qualität zu erhalten, sollten Negative jedoch von professionellen Scandienstleistern wie ScanProfi digitalisiert werden.