Dias – Definition, Funktionsweise & Digitalisierung

17.11.2025 Dias Lesedauer: 5min

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Heute ist der Begriff Diashow jedem bekannt als eine Slideshow von Fotos auf einem Bildschirm. Der Begriff stammt jedoch ursprünglich von einer Fotografietechnik, den Dias, welche die Industrie revolutionierten. Wie alle analogen Bildformate sind sie jedoch anfällig für Verfall und sollten deshalb als Scan-Produkte digitalisiert werden. Der folgende Artikel enthält alle wissenswerten Informationen über das Diapositiv, seine Funktionsweise, Varianten und Geschichte.

Dias „kurz erklärt“

Dias (oder Diapositive/Umkehrfilm) sind fotografische Filme, die kein Negativ erzeugen. Statt invertierter Tonwerte entsteht direkt ein Positivbild, also ein Bild in den realen Farben und Helligkeiten der Aufnahme. Zur Betrachtung werden Dias in der Regel in kleine Rahmen eingelegt und mittels Diaprojektor vergrößert gezeigt.

Definition: Dias

Dia ist die Kurzform von Diapositiv, auch Umkehrfilm oder Durchlichtfilm (von altgriechisch dia = durch) genannt. Ein Dia ist ein fotografischer Filmstreifen, der nach der Entwicklung das Motiv originalgetreu und ohne Tonwertumkehr zeigt. Diese Art des Films wird auch Reversalfilm oder Umkehrfilm genannt, da die Entwicklung chemisch „umkehrt“, was beim Belichten passiert. Es entsteht direkt ein positives Bild.

Dias liegen häufig im Format 24 × 36 mm (Kleinbild) vor und sind in einem kleinen Kunststoff- oder Glasrahmen eingelegt. Sie können einzeln betrachtet oder über Projektoren großflächig angezeigt werden.

Umkehrfilm wurde nicht nur für Standbilder eingesetzt, sondern auch für Super 8, 16 mm und andere Filmformate, die vor allem in Amateur- und Reportagefilmen genutzt wurden.

Funktionsweise von Dias

Dias bestehen aus mehreren Schichten, die gemeinsam ein farb- und kontraststarkes Bild erzeugen.

Aufbau eines Diapositivs

  • Trägermaterial: transparenter Polyesterfilm
  • Emulsionsschichten: drei Farbschichten (Cyan, Magenta, Gelb), jeweils lichtempfindlich
  • Schutzschichten: gegen Kratzer, Staub, chemischen Verfall

Bei der Belichtung bilden die Silberhalogenide ein latentes Bild, das durch die E-6-Entwicklung sichtbar gemacht wird.
Im Gegensatz zum Negativfilm entstehen die Farben und Tonwerte unmittelbar im richtigen Verhältnis – das macht Dias besonders farbtreu, kontrastreich und für Projektionen geeignet.

Filmformate von Dias

Dias existieren in verschiedenen Filmformaten, die sich in Größe und Anwendungsgebiet unterscheiden.

Format Bildgröße Verwendung
Kleinbild (35 mm) 24 × 36 mm häufigstes Diaformat, gerahmt für Projektoren
Mittelformat (120/220) z. B. 6×4,5 / 6×6 / 6×7 cm professionelle Fotografie, hohe Details
110 & 126 Instamatic kleinere Formate Amateurfotografie
Großformat-Dias mehrere Zoll groß Archivwesen, Kunst, Wissenschaft
Glasdias (historisch) variabel frühe Projektionstechnik

Projektion & Verwendung

Ein besonderer Reiz der Dias ist ihre Betrachtungsweise:

  • Dias werden in Rahmen (meist 5 × 5 cm) eingelegt.
  • Diese Rahmen werden in Magazine gesteckt.
  • Ein Diaprojektor wirft das Bild stark vergrößert auf eine Leinwand.

Beliebt waren:

  • Familienvorträge (Urlaubsbilder)
  • Unterricht & wissenschaftliche Präsentationen
  • Künstlerische Installationen
  • Museen und Archive

Noch heute nutzen einige Kunstschaffende Dias wegen ihrer optischen Qualität und Farbwirkung.

Warum Dias besonders sind

Dias haben Eigenschaften, die sie über Jahrzehnte zur professionellen Wahl für Präsentationen, Kunst und Fotodokumentationen gemacht haben

Vorteile

  • direktes Positivbild, sofort interpretierbar
  • extrem hohe Schärfe und Farbstabilität
  • sehr guter Kontrastumfang
  • ideal für Projektionen und große Darstellungen
  • hervorragende Archivfähigkeit bei guter Lagerung

Nachteile

  • geringerer Belichtungsspielraum als Negativfilm
  • Entwicklung aufwendiger und teurer
  • empfindlich gegenüber Licht und chemischem Verfall
  • heute kaum noch Geräte zur Projektion verfügbar

Geschichte

Die Geschichte der Dias startet in Frankreich mit den Brüdern Auguste und Louis Lumière, deren Vater bereits ein Unternehmen für die Herstellung von Fotopapier besaß. 1907 entwickelten die hochinteressierten Brüder Autochrome, ein Verfahren zur Bildentwicklung, welches sehr gut angenommen wurde. Auch der Cinématographe wurde von den Lumière-Brüdern entwickelt und sollte die Welt der Kinofilme nachhaltig prägen.

Ab den 1930er Jahren gab es die Autochrome-Dias dann auch in Farbe, sowie Projektoren für die Vergrößerung von Dias zur Betrachtung. Kodak entwickelte daraufhin die Kodachrome-Filme, welche Farben natürlicher darstellen konnten und damit den Maßstab für die weitere Entwicklung setzten.

Über die 1950er bis zu den 1970ern gewannen Dias immer mehr an Popularität und wurden weiter verbessert, um klarere Projektionen zu erzeugen oder auch bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren zu können. Ab den 1990er Jahren begann die Entwicklung der Digitalfotografie. Da diese anfangs jedoch sehr kostspielig war, wurden Dias noch bis in die 2000er Jahre verwendet.

Aufbewahrung & Lebensdauer

Dias benötigen besondere Bedingungen, um ihre Langlebigkeit zu garantieren. Unter Sonneneinstrahlung oder UV-Beleuchtung können sie schnell ausbleichen, weshalb eine dunkle Lagerung empfohlen ist. Des Weiteren sollten Dias in einer Luftfeuchtigkeit von 40–50 % gelagert werden. Zu trockene Aufbewahrung kann zu Brüchigkeit führen, während eine hohe Luftfeuchtigkeit die Farben verlaufen oder Schimmel entstehen lassen kann. Zuletzt sollten auch hohe Temperaturen oder Temperaturschwankungen vermieden werden, ebenso wie physische Einwirkungen auf das Diapositiv.

Zusammenfassung der möglichen Schäden:

  • Licht und UV-Strahlung → Ausbleichen
  • Feuchtigkeit (ideal: 40–50 %) → Schimmelgefahr bei hoher Luftfeuchte
  • Trockenheit → brüchiges Filmmaterial
  • Temperatur → ideal 10–18 °C, keine Schwankungen
  • Kratzer, Staub, Fingerabdrücke

Für einzelne Dias sind lichtdichte Aufbewahrungsboxen aus Plastik empfehlenswert, während gerahmte Dias vorwiegend in Schränken aufbewahrt werden sollten. In jedem Fall sollte der Zustand der Fotografien regelmäßig überprüft und entstandene Schäden zeitnah repariert werden.

Digitalisierung

Da Dias sehr empfindlich gegenüber jeglichen externen Einwirkungen sind, ist es ratsam, sie baldmöglichst digitalisieren zu lassen, um die Erinnerungen zu bewahren. Handelsübliche Scanner liefern jedoch selten eine zufriedenstellende Auflösung. Andere Möglichkeiten sind eine gute Digitalkamera oder das Handy, mit welchem die Diapositive einfach abfotografiert werden können. Für das bestmögliche Ergebnis ist ein Scandienstleister wie ScanProfi jedoch empfehlenswert.

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Häufig gestellte Fragen

Ein Dia, kurz für Diapositiv, ist ein Filmformat für analoge Fotografie. Es bildet das Motiv direkt in den Originalfarben ab und wurde meist zur Projektion verwendet.

Ja, Dias können bei verschiedensten Fotodienstleistern noch entwickelt werden. Jedoch ist es empfehlenswerter, sie direkt digitalisieren zu lassen, um eine lange Haltbarkeit zu garantieren.

Während Negative immer die Komplementärfarben des Subjekts abbilden und erst durch den Entwicklungsprozess die natürliche Farbgebung reproduzieren, bilden Dias diese von Anfang an ab. Der Schritt des Negativs wird also meist übersprungen.