Inhaltsverzeichnis
- 1 Was bedeutet papierloses Büro?
- 2 Wie läuft die Umstellung auf das papierlose Büro ab?
- 3 Wie müssen Daten vernichtet werden?
- 4 Welche Kosten sind bei der Umstellung zu erwarten?
- 5 Welche Softwares werden für ein papierloses Büro benötigt?
- 6 Welche Vorteile hat ein papierloses Büro?
- 7 Welche Nachteile hat ein papierloses Büro?
- 8 Was ist die E-Rechnungspflicht?
- 9 Was muss beim Datenschutz beachtet werden?
- 10 Neue Anforderungen durch remotes Arbeiten
- 11 Welche Rolle spielt KI im papierlosen Büro?
- 12 Tipps
- 13 Zusammenfassung
- 14 Häufig gestellte Fragen
Papierloses Büro „kurz erklärt“
Das papierlose Büro bezeichnet Unternehmen, welche Papierprozesse so weit wie möglich reduziert haben und deren Daten somit hauptsächlich in EDV-Programmen verarbeitet werden.
Was bedeutet papierloses Büro?
Ein papierloses Büro, auch digitales Büro genannt, zu schaffen und zu unterhalten, spart nicht nur Papier, Arbeit und Lagerplatz, sondern vereinfacht auch das Datenmanagement und die Verwaltung. Dokumente werden nicht mehr ausgedruckt und abgeheftet, sondern digitalisiert und als Dateien in einem Dokumentenmanagementsystem gespeichert. Dies erleichtert den Zugriff und ermöglicht zudem die spezifische Suche nach bestimmten Daten.
Wie läuft die Umstellung auf das papierlose Büro ab?
Die Umsetzung dieser Umstellung kann in verschiedene Bereiche eingeteilt werden. Darunter die Planung, die Einführung elektronischer Signaturen, das Scannen der Unterlagen, Cloud-Speicher und Ordnerstrukturen anlegen sowie die Pflege und Verwaltung des digitalen Systems.

Planung
Der erste Schritt in Richtung papierloses Büro ist die ausgiebige Planung der Umstellung. Diese beinhaltet vor allem eine Analyse des Ist-Zustandes sowie eine Definition des Soll-Zustandes, bevor geprüft werden kann, welcher Aufwand der Digitalisierungsaufwand in Anspruch nehmen wird. Zentrale Punkte sind hierbei die Dokumentenmengen, Abteilungen, Papierquellen, Datenschutzklassen, Verantwortlichkeiten, Altakten, der Posteingang und der Softwarebestand.
Elektronische Signaturen
Digitale Unterschriften sind das Äquivalent zur physischen Signatur und bestehen aus einem privaten und einem öffentlichen Code. Besonders die qualifizierte E-Signatur ist wichtig, um digitale Dokumente als rechtsgültig zu verifizieren. Es gibt jedoch auch Dokumente, wie Verträge, welche nur in Schriftform mit handschriftlicher Unterschrift gültig sind.


Scannen
Mithilfe eines Scanners, oder je nach Datenmenge auch durch einen Scandienstleister wie ScanProfi, werden im nächsten Schritt alle Dokumente in Papierform in priorisierter Reihenfolge digitalisiert. Dabei ist vorwiegend zu bedenken, dass Dokumente ggf. mit optischer Zeichenerkennung eingescannt werden sollten, um später die Suchfunktion ausreichend nutzen zu können.
Cloud-Speicher und Ordnerstruktur
Nachdem alle Dokumente eingescannt wurden, werden sie in einem Cloud-Speicher (oder einem lokalen Server) hinterlegt. Die Cloud hat den Vorteil, dass betroffene Mitarbeiter auch von unterwegs aus auf Daten zugreifen können. In der Cloud sollte allerdings ein revisionssicheres Dokumentenmanagementsystem und auch eine einheitliche Ordnerstruktur geführt werden, damit Daten schnell gefunden und zugeordnet werden können.


Pflege und Verwaltung
Auch nach der Ersteinrichtung des papierlosen Büros ist die Arbeit weiterhin nicht beendet. Es müssen nicht nur neue Dokumente laufend eingepflegt werden, sondern auch die Aufbewahrungsfristen eingehalten und bestimmte Unterlagen nach deren Ablauf vernichtet werden.
Wie müssen Daten vernichtet werden?
Für die Vernichtung von Daten, analog wie digital, muss ein umfassendes Lösch- und Vernichtungskonzept erarbeitet werden, sodass die Inhalte datenschutzkonform vernichtet werden. Die folgenden fünf Schritte bieten hierbei eine Orientierungshilfe.

Im ersten Schritt wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Hierbei wird aufgezeichnet, wo Daten liegen, in welcher Form (analog/digital) und ob sie bestimmten Kategorien zugeordnet werden können. Kategorien können beispielsweise Abteilungen sein, aber auch übergreifende Bereiche wie Kundendaten oder Personalinformationen.
Im zweiten Schritt werden die Schutzklassen und Aufbewahrungsfristen definiert. Die Aufbewahrungsfristen geben an, wie lange bestimmte Dokumente aufbewahrt werden müssen, bevor sie vernichtet werden dürfen. Die Schutzklassen legen daraufhin fest, in welcher Form die Daten vernichtet werden müssen. Bei analogen Daten ist dies besonders relevant bei der Auswahl des richtigen Aktenvernichters und dessen Sicherheitsstufe.
Schritt 3 behandelt die Vernichtung von Papierdokumenten. Hierbei muss bei einem Aktenvernichter die richtige Sicherheitsstufe für die Art der Unterlagen nach der ISO/IEC 21964, ehemals Norm DIN 66399, gewählt werden. Welche Dokumente zu welcher Sicherheitsstufe gehören und welcher Aktenvernichter sich eignet, können Sie im folgenden Artikel nachlesen, oder Sie beauftragen einen zertifizierten Entsorger.
Stufe vier ist nun die Löschung der digitalen Daten. Das einfache Verschieben in den Papierkorb ist hierbei nicht ausreichend. In der Software müssen die Speicher mehrmals mit spezifischer Software überschrieben werden, während bei Hardwareträgern wie USB-Sticks oder Festplatten eine Zerstörung durch Schreddern nötig ist.
Im letzten Schritt sollen diese Prozesse weitestgehend automatisiert werden. ERP- und DMS-Systeme erlauben meist einprogrammierte Löschroutinen nach Datenschutzrichtlinien und Aufbewahrungsfristen. Es müssen jedoch auch Vernichtungen mit Datum, Datenmenge und Methode als Nachweis für die DSGVO dokumentiert, sowie die verantwortlichen Mitarbeiter definiert werden.
Welche Kosten sind bei der Umstellung zu erwarten?
Zwar spart ein papierloses Büro langfristig Kosten, durch Papiereinsparungen und andere Ressourcen, dennoch ist die Umstellung auch in jedem Fall mit Kosten verbunden. Diese können unterteilt werden in Erstinvestitionen und laufende Kosten.
Erstinvestitionen
Zunächst ist eine Software nötig, ein DMS-Cloud-Speicher oder ein ähnliches Programm, welches die Daten organisiert und revisionssicher aufbewahrt. Diese Programme können mitunter kostenintensiv sein. Viele davon erfordern eine monatliche Zahlung neben dem Betrag für den Erstkauf.
Des Weiteren ist es möglich, dass neue Hardware erforderlich ist. Beispielsweise, wenn die alten Geräte nicht mit der neuen Software kompatibel sind. Auch besteht oft die Notwendigkeit für leistungsfähige Scanner-Typen, welche bereits bestehende Dokumente digitalisieren. In diesem Fall besteht jedoch ebenfalls die Möglichkeit, einen Scanservice wie ScanProfi zu beauftragen, welcher alle Dokumente professionell digitalisiert.
Eine weitere Investition stellt die Schulung der Mitarbeiter dar. Neue Programme erfordern eine Einführung für das gesamte betroffene Personal, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Die Kosten hierfür variieren je nach bestehenden Kenntnissen, der Software und dem Schulungsleiter.
Laufende Kosten
Neben den Abonnementkosten der Software fallen zusätzliche Investitionen in Updates und Wartungen des Systems an. Diese variieren je nach Anbieter stark, besonders wenn ein individuelles Sicherheitssystem für den eigenen Server erforderlich ist. In der Regel sind SaaS-Systeme (Software as a Service) günstiger, da Updates bereits enthalten sind und keine Kosten für Strom oder Lagerräume anfallen. Lediglich die monatlichen Gebühren pro Nutzer sind nennenswert. Bei eigenen Serversystemen sind sowohl die Anschaffungskosten als auch die Unterhaltung wesentlich teurer durch Pflegegebühren, Lizenzen und den Bedarf an entsprechendem IT-Personal.
Datenschutz und Sicherheit sind ebenfalls ein wichtiges Thema. Die Verschlüsselung geheimer Daten oder fortgeschrittene Authentifizierungsverfahren sind je nach verwendetem Programm günstiger oder teurer, entsprechend auch die Höhe des Sicherheitsstandards.
Auch die Datenspeicherung verursacht Kosten, da der Speicherplatz gekauft oder monatlich bezahlt werden muss. Da die Datenmenge mit der Zeit zunimmt, steigen hierbei ebenfalls die Kosten für die Unterhaltung.
Welche Softwares werden für ein papierloses Büro benötigt?
Welche Software nötig ist, ist abhängig vom Bereich, in welchem sie Anwendung findet.
- Dokumente speichern und bearbeiten
- Digitalisieren
- Revisionssichere Verwaltung
- Finanzen und E-Rechnung
- Unterschreiben
Empfehlungen bezüglich der Software für E-Rechnungen oder digitale Unterschriften finden Sie in den entsprechenden Artikeln.
Dokumente speichern & bearbeiten
Um Dokumente zu speichern und zu bearbeiten, werden meist Cloud- und Collaborationssysteme verwendet. Sie sind wichtig für ortsunabhängige, gemeinsame Arbeit an Dokumenten in Echtzeit, das Teilen und Freigeben sowie für eine plattformübergreifende Synchronisation. Sie dienen als dynamische Arbeitsplattform für den Büroalltag, bieten jedoch keine revisionssichere Speicherung.
Anbieter
Ungefähre Preiseinordnung
Vorteile
Nachteile
Microsoft 365
Google Workspace
Dropbox Business
Nextcloud
Digitalisieren
Der Bereich des Digitalisierens umfasst mehrere Aufgaben, darunter das Scannen der analogen Dokumente und Akten, die Erfassung des Inhalts durch optische Zeichenerkennung, sowie die Vorbereitung der Inhalte für nachfolgende Prozesse in den Dokumentenmanagementsystemen.
Anbieter
Ungefähre Preiseinordnung
Vorteile
Nachteile
Lokaler Dokumentenscanner, z. B. Fujitsu ScanSnap iX1600
Mobile Scan-App, z. B. Adobe Scan
Professioneller Dienstleister, z. B. ScanProfi
Revisionssichere Verwaltung
Die revisionssichere Verwaltung stellt besonders die Dokumentenmanagementsysteme (DMS) in den Vordergrund. Die Kernaufgaben hier sind die sichere Aufbewahrung nach den Regelungen der GoBD, sowie die Aufzeichnung jeder Änderung eines Dokuments, die Indexierung und die Automatisierung von Prozessen.
Anbieter
Ungefähre Preiseinordnung
Vorteile
Nachteile
ecoDMS
DocuWare (Cloud-Variante)
ELOoffice / ELOprofessional
d.velop
Finanzen & Buchhaltung
Im Bereich Finanzen und Buchhaltung geht es vor allem um die Verknüpfung zu Geschäftskonten, integriertes Mahnwesen, automatische Zahlungssysteme und direkte Schnittstellen zum Finanzamt für die Steuer.
Anbieter
Ungefähre Preiseinordnung
Vorteile
Nachteile
Lexware Office
sevdesk
DATEV-Lösungen
FastBill
Welche Vorteile hat ein papierloses Büro?
Papierlose Alternativen sind im Zeitalter der Digitalisierung aus Unternehmen und Büros kaum mehr wegzudenken. Diese Umstellung basiert jedoch nicht allein auf der Möglichkeit, sondern vor allem auf den zahlreichen Vorteilen, welche diese Methode bietet.
- Nachhaltig durch geringeren Ressourcenverbrauch
- Umweltschonend, da Papier, Tinte und andere Materialien gespart werden
- Kosteneffizient durch Platz- und Materialersparnis
- Universeller Zugriff aller Abteilungen und international
- Einfaches Auffinden von Daten über die Suchfunktion
- Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit
- Steigern der Produktivität und Effizienz
- Effizienteres Zeitmanagement durch produktives Arbeiten
- Überblick aller unternehmerischen Aktivitäten
Welche Nachteile hat ein papierloses Büro?
Obwohl die Vorteile stark überwiegen, gibt es dennoch einige Nachteile, welche im Prozess der Umstellung berücksichtigt werden sollten. Viele davon sind jedoch temporär und deshalb eher als Hindernisse zu betrachten, welche überwunden werden können.
- Zeitintensiver Prozess der Umstellung erfordert Mitarbeit aller Beteiligten
- Umstellung durch Führungspositionen nach dem Top-down-Prinzip nötig
- Investitionen in Software und ggf. Hardware notwendig
- Schulung der Mitarbeiter auf das neue System
- Intensive Recherche zu Datenschutz und Archivierungsmöglichkeiten
- Digitale Abhängigkeit von Tools, Servern und dem Internet
Was ist die E-Rechnungspflicht?
Seit dem 1. Januar 2025 gilt die sogenannte E-Rechnungspflicht, welche Unternehmen verpflichtet, elektronische Rechnungen empfangen zu müssen. Bis 2027/28 wird außerdem die Pflicht hinzugefügt, auch elektronische Rechnungen versenden zu müssen. Eine PDF ist hierbei allerdings nicht ausreichend, da spezielle Formate wie ZUGFeRD oder XRechnung benötigt werden. Detailliertere Informationen zum Thema liefert der folgende Artikel.
Was muss beim Datenschutz beachtet werden?
Der Datenschutz in Deutschland unterliegt der Datenschutzgrundverordnung und den GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form).
- Verschlüsselung nutzen: Alle Dokumente ausschließlich verschlüsselt speichern und übertragen.
- Rechtekonzepte einführen: Dokumentenmanagementsystem (DMS) mit detaillierten Zugriffsrechten nutzen.
- Mitarbeiterprofile einschränken: Angestellte sollten nur Dateien sehen, die sie für ihre Arbeit zwingend benötigen.
- Starke Authentifizierung: Alle Konten und Endgeräte mit sicheren Passwörtern und einer Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) schützen.
- Automatisierte Backups: Regelmäßige, verschlüsselte Backups an einem sicheren Zweitort erstellen, um sich vor Ransomware zu schützen.
- Revisionssichere Archivierung: Digitale Dokumente müssen unveränderbar und jederzeit lesbar archiviert werden.
- Aufbewahrungsfristen beachten: Verträge, Rechnungen und Handelsbriefe müssen steuerrechtlich sicher aufbewahrt werden.
- Löschkonzepte erstellen: Nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist müssen personenbezogene Daten DSGVO-konform gelöscht werden.
- Dienstleister prüfen: Bei Cloud-Speichern muss auf DSGVO-konforme Anbieter mit Serverstandorten in der EU geachtet werden.
- AV-Verträge abschließen: Mit jedem externen Software- oder Cloud-Anbieter muss ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) abgeschlossen werden.
Weitere Informationen zur Datenschutzgrundverordnung und den GoBD finden Sie in den entsprechenden Artikeln des Blogs oder auf den offiziellen Webseiten.
Neue Anforderungen durch remotes Arbeiten
Remotes Arbeiten von zu Hause oder hybrides Arbeiten mit einem Wechsel zwischen Homeoffice und Büro verändern die Anforderungen an ein papierloses Büro radikal.
Allgemein wird dadurch die Ortsunabhängigkeit immer wichtiger, sodass Cloud-Systeme notwendig werden, welche wiederum ein ausreichendes Sicherheitskonzept voraussetzen. Weitere wichtige Punkte sind die Einführung von E-Signaturen, automatisierte Posteingänge, die wichtige Daten gleich an das DMS weiterleiten, sowie Investitionen in Hardware für die Einrichtung des Homeoffice in einigen Fällen. Es kann auch nötig sein, eine feste LAN‑Verbindung einzurichten, um die Upload-Geschwindigkeit für große Dateien zu beschleunigen, die Ausfallsicherheit zu erhöhen und den Anschluss an firmeninterne Systeme zu garantieren.
Welche Rolle spielt KI im papierlosen Büro?
Die Einbindung von KI im papierlosen Büro kann viele Formen haben.
- Intelligente Posteingangsverarbeitung: automatische Klassifizierung des Dokuments und Weiterleitung an den entsprechenden Mitarbeitenden.
- Strukturierte Datenextraktion: KI-Systeme lesen den Inhalt von Dokumenten aus und gleichen diesen mit bestehenden Daten ab, beispielsweise Bestellungen mit Rechnungen.
- Effizienzgewinn: Dokumente werden automatisch im richtigen Ordner archiviert und Mitarbeitende können über Volltext nach bestimmten Dateien suchen.
- Qualitätssicherung: KI-Systeme geben ihre Akkuranz in Prozent an, sodass die Ergebnisse unter einem kritischen Wert (meist 90%) von Menschen überprüft werden können.
Tipps
Die folgenden Tipps bieten weitere Ansätze, wie das papierlose Büro erfolgreich eingeführt und umgesetzt werden kann.
- Durchführung im Change Management: wird die Umstellung auf das papierlose Büro innerhalb eines langfristigen Projektrahmens durchgeführt, so ist einerseits die Einbindung der Mitarbeitenden und andererseits auch die erfolgreiche Umsetzung besser gewährleistet.
- Ausreichende Planung im Vorfeld: vor der Einführung sollte diese Umstellung entsprechend geplant werden. Die Mitarbeiter sollten eine Schulung durchlaufen, Programme installiert und auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Die Digitalisierung der Papierdokumente sollte ebenfalls angestoßen werden, da dies sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann.
- Durchdachte Ordnerstruktur: diese sollte mit allen Beteiligten abgesprochen werden, um Alleingänge unter den Mitarbeitern zu vermeiden und ein einheitliches System langfristig beizubehalten.
- Benennung der Dokumente: die Benennung ist ebenfalls einheitlich zu gestalten, damit Daten mit der Suchfunktion sicher gefunden werden können.
- Digitale Protokolle: um weiterhin Papier und Aufwand zu sparen, können Konferenzen und Meetings digital aufgezeichnet werden, ggf. auch durch KI-Assistenten. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass die KI-Assistenten Daten vertraulich speichern und die Prozesse nachvollziehbar sind.
- Regelmäßige Backups: gerade bei der digitalen Aufbewahrung von Daten und Dokumenten sind regelmäßige Backups unverzichtbar, um keine Verluste zu erleiden.
- Digitale Notizen: diese können Zettel und Stift oft effizienter ersetzen, da sie mit anderen Mitarbeitern geteilt und durch verschiedene Suchfunktionen schnell gefunden werden können.
- Prüfung von Compliance-Vorschriften, Aufbewahrungspflichten und Sicherheitsmaßnahmen, um sicherzugehen, dass alle gesetzlichen Vorschriften erfüllt wurden und keine rechtlichen Konsequenzen auftreten.
- Elektronische Signaturen: diese vereinfachen das Unterschreiben von Verträgen und anderen Dokumenten ohne nötigen Ausdruck.
- Digitale Post: es gibt weiterhin die Möglichkeit, die Abteilung des Posteingangs vollständig einzubeziehen, indem Briefe direkt gescannt und per Mail an die betreffende Person weitergeleitet werden.
Bevor wichtige Dokumente nach dem Einscannen ordnungsgemäß vernichtet werden, sollten die Gegebenheiten der Aufbewahrungspflichten geprüft werden. Für einige Dokumente gibt es spezielle Richtlinien, beispielsweise bei den Aufbewahrungsfristen für Personalakten, welche festlegen, welche Dokumente in Papierform erhalten bleiben müssen.
Zusammenfassung
Das papierlose Büro ist kein temporärer Trend, sondern eine zukunftsweisende Maßnahme, um den Umgang mit Dokumenten im Unternehmen zu erleichtern. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Schritten, welche von der strukturierten Planung, über das Scannen bestehender Dokumente, über eine entsprechende Ordnerstruktur und Schulung der Mitarbeiter bis hin zur Pflege und Verwaltung des Systems reichen.
Der Prozess spart zwar langfristig Kosten und Platz, kann in der ersten Umsetzung jedoch dennoch kostenintensiv sein, da oft eine neue Software, genügend Speicherplatz für die Daten sowie ein Sicherheitskonzept für den Datenschutz angeschafft werden müssen. Auch die Schulung der Mitarbeiter und die Unterhaltung des Systems bringen gewisse Ausgaben mit sich.
Generell überzeugt das papierlose Büro durch die Nachhaltigkeit aufgrund geringeren Ressourcenverbrauchs, Effizienz im Datenmanagement und Einsparungen von Platz sowie Material- und Verwaltungskosten.
Häufig gestellte Fragen
Das papierlose Büro ist ein System, bei dem die meisten Dokumente eines Unternehmens vollständig digital gespeichert und verwaltet werden. Diese Digitalisierung bringt viele Vorteile und Vereinfachungen mit sich, wie beispielsweise das Einsparen von Ressourcen oder die schnellere Navigation durch den Datensatz.
Obwohl das papierlose Büro definitiv überwiegende Vorteile hat, gibt es dennoch einige Hindernisse oder Gegenargumente. Das wohl Triftigste ist die Abhängigkeit von Tools, externen Programmen, Servern und einer stabilen Internetverbindung. Weiterhin gibt es Herausforderungen wie den zeit- und kostenintensiven Prozess der Umstellung oder die Instandhaltung des Systems bezüglich Datenschutz und Software.
Nein. Notariell beglaubigte Urkunden sind beispielsweise nur im analogen Original gültig. Weitere Informationen finden sich unter anderem im Artikel über die Aufbewahrungspflichten für Unternehmen und Privatpersonen. In der Zukunft ist es jedoch durchaus denkbar, dass immer mehr Dokumente keine physische Form verlangen, wie es heute schon bei vielen Arbeitsverträgen der Fall ist.