
Aktenvernichter, auch Papierschredder, sorgen dafür, dass vertrauliche Dokumente sicher und endgültig unlesbar gemacht werden. In diesem Beitrag erfährst du, welche Arten von Aktenvernichtern es gibt, welche Sicherheitsstufen gelten und wann sich auch die Kombination aus Archivieren und anschließender Vernichtung lohnt. So lässt sich Dokumentensicherheit mit effizientem Dokumentenmanagement optimal verbinden.
Aktenvernichter „einfach erklärt“
Ein Aktenvernichter zerschneidet Papierdokumente in kleine Streifen oder Partikel, damit die enthaltenen Informationen nicht mehr lesbar sind. Solche Geräte werden eingesetzt, um sensible Daten wie persönliche Informationen oder geschäftliche Unterlagen sicher zu entsorgen.
Definition: Aktenvernichter
Ein Aktenvernichter, auch als Papierschredder bezeichnet, ist ein Gerät, das Papierdokumente so zerkleinert, dass sie nicht mehr lesbar und damit unbrauchbar sind.
Die Idee, Dokumente mechanisch zu vernichten, entstand bereits im frühen 20. Jahrhundert: 1935 entwickelte der deutsche Ingenieur Adolf Ehinger den ersten modernen Aktenvernichter, inspiriert von einer handbetriebenen Nudelpresse. Seitdem wurden die Geräte stetig weiterentwickelt: von einfachen Streifenschneidern bis hin zu modernen Partikel- und Mikroschnittmaschinen, die den heutigen Datenschutzanforderungen entsprechen.
Warum sind Aktenvernichter wichtig?
Die Vernichtung von Dokumenten schützt vor Identitätsdiebstahl, Industriespionage und Datenschutzverletzungen. Gerade im Unternehmensumfeld spielt der richtige Umgang mit sensiblen Unterlagen eine entscheidende Rolle.
Rechtliche Anforderungen:
- DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung): Verpflichtet Unternehmen, personenbezogene Daten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist sicher und endgültig zu löschen.
- GoBD & HGB: Legen fest, wie lange geschäftliche Unterlagen aufbewahrt werden müssen – erst danach dürfen sie vernichtet werden.
Ein Aktenvernichter trägt somit nicht nur zur Sicherheit persönlicher und geschäftlicher Daten bei, sondern hilft auch, gesetzliche Vorschriften einzuhalten.
Funktionsweise
Die Funktionsweise eines Aktenvernichters ist einfach:
- Einzug: Das Papier wird in den Einzugsschlitz gelegt und automatisch eingezogen.
- Zerkleinerung: Rotierende Klingen zerschneiden die Unterlagen.
- Auffang: Die Papierreste fallen in einen integrierten Auffangbehälter oder Beutel.
Moderne Geräte starten automatisch, sobald Papier eingeführt wird, und stoppen selbstständig nach dem Zerkleinern des Dokuments.
Arten
Aktenvernichter unterscheiden sich vor allem in Schnittart und Funktionsweise:
Nach Schnittart
Beim Streifenschnitt wird Papier in gleichmäßig breite, parallel verlaufende Streifen zerteilt. Die Breite dieser Streifen liegt, je nach Sicherheitsstufe, zwischen 12 und 2 Millimetern. Geräte mit Streifenschnitt bieten eine geringere Sicherheit und kommen meist in den Sicherheitsstufen P-1 bis P-3 vor.
Beim Partikelschnitt, auch Kreuzschnitt, wird Papier sowohl vertikal als auch horizontal/diagonal zerkleinert. So entstehen kleine, puzzleartige Papierstücke, die sich kaum wieder zusammensetzen lassen. Diese Variante bietet deutlich höhere Sicherheit und ist in den Sicherheitsstufen P-1 bis P-5 verbreitet.
Der Mikroschnitt ist eine besonders feine Variante. Hier werden Dokumente in winzige Partikel zerschnitten, was ein sehr hohes Sicherheitsniveau ermöglicht. Mikroschnitt-Aktenvernichter werden häufig in Bereichen mit sehr sensiblen Daten eingesetzt, etwa in Arztpraxen, Behörden oder Forschungseinrichtungen.
Schnittart
Sicherheitsniveau
Typischer Einsatz
Streifenschnitt
Niedrig (P-1 bis P-3)
Privat (Briefe, einfache Unterlagen)
Partikelschnitt/Kreuzschnitt
Mittel bis hoch (P-1 bis P-5)
Unternehmen (Verträge, sensible Dokumente)
Mikroschnitt
Sehr hoch (P-4 bis P-7)
Behörden, Arztpraxen, geheime Unterlagen
Nach Bedienung
Diese kleinen Modelle werden per Handkurbel betrieben und eignen sich vor allem für geringe Papiermengen im privaten Bereich.
Elektrische Aktenvernichter sind die Standardlösung in Büros. Sie verarbeiten große Mengen Papier schnell und effizient und sind für den regelmäßigen Einsatz in Unternehmen konzipiert.
Sicherheitsstufen
Die DIN-Norm 66399 legt genau fest, wie stark Datenträger zerkleinert werden müssen, damit die enthaltenen Informationen nicht mehr rekonstruiert werden können. Seit der Überarbeitung im Jahr 2012 unterteilt die Norm Aktenvernichtung in drei Schutzklassen und sieben Sicherheitsstufen (P-1 bis P-7):
- Schutzklasse 1: Für interne Daten ohne hohen Schutzbedarf.
- Schutzklasse 2: Für vertrauliche und personenbezogene Daten mit erhöhtem Schutzbedarf.
- Schutzklasse 3: Für besonders sensible und geheime Daten, deren Missbrauch schwerwiegende Folgen hätte.
Je kleiner die Partikel, desto höher die Sicherheitsstufe und der Schutz.
Stufe
Partikelgröße
Typischer Einsatz
Schutzklasse
P-1
≤ 12 mm Streifen
Allgemeine Unterlagen ohne sensible Daten
1
P-2
≤ 6 mm Streifen
Interne Dokumente
1
P-3
≤ 4 × 50 mm Partikel
Persönliche Daten
2
P-4
≤ 2 × 25 mm Partikel
Vertrauliche Daten
2
P-5
≤ 2 × 15 mm Partikel
Streng vertrauliche Unternehmensdaten
2–3
P-6
≤ 1 × 10 mm Partikel
Hochsensible Daten
3
P-7
≤ 1 × 5 mm Partikel
Geheime Dokumente
3
Für die Einhaltung der DSGVO wird mindestens Sicherheitsstufe P-4 empfohlen, da nur diese Stufe eine ausreichende Datensicherheit für personenbezogene Informationen gewährleistet.
Den richtigen Aktenvernichter finden
Bei der Auswahl des passenden Aktenvernichters spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Abhängig von der Art der zu vernichtenden Daten. Im professionellen Bereich sollte mindestens P-4 gewählt werden, um den Datenschutzanforderungen zu genügen.
Tests, Vergleiche und Kundenbewertungen bieten wertvolle Hinweise zu Qualität und Alltagstauglichkeit verschiedener Modelle.
Je höher das Papieraufkommen, desto leistungsstärker sollte das Gerät sein, um Zeit und Aufwand zu sparen.
Privates & geschäftliches Umfeld
Aktenvernichter kommen in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz, vom Schutz privater Unterlagen bis hin zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben in Unternehmen.
Für Privatpersonen
- Kleinere Geräte mit Streifenschnitt oder einfachem Partikelschnitt reichen in der Regel aus.
- Geeignet für die Vernichtung von Kontoauszügen, Rechnungen oder alten Vertragsunterlagen.
- Günstige Modelle sind meist ausreichend, sofern keine besonders sensiblen Daten verarbeitet werden.
Für Unternehmen
- Aktenvernichter werden oft mit externer Vernichtung oder digitaler Archivierung kombiniert.
- Dokumentenmanagement und Löschkonzepte sollten fester Bestandteil der Unternehmensrichtlinien sein.
- Höhere Sicherheitsstufen (P-4 bis P-7) sind nötig, um Datenschutz- und Compliance-Vorgaben einzuhalten.
Alternativen
Ein eigener Aktenvernichter ist nicht immer die beste Lösung. Gerade Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass Unterlagen über Jahre hinweg aufbewahrt werden müssen und erst nach Ablauf der gesetzlichen Fristen sicher entsorgt werden dürfen.
Mögliche Alternativen:
- Externe Aktenvernichtung: Dienstleister übernehmen die sichere Vernichtung von Dokumenten, oft mit Zertifikat als Nachweis.
- Digitalisierung: Statt physischer Lagerung können Dokumente gescannt und digital archiviert werden. Dies spart Platz und erleichtert die Verwaltung.
ScanProfi unterstützt dabei, Dokumente zu digitalisieren und gesetzeskonform zu archivieren. So lassen sich nicht nur Papierberge reduzieren und Lagerflächen einsparen, sondern auch Arbeitsprozesse optimieren und sämtliche Datenschutzvorgaben zuverlässig einhalten.
Häufig gestellte Fragen
Ein Aktenvernichter ist ein Gerät, das Papierdokumente in Streifen oder Partikel zerkleinert, sodass sie nicht mehr lesbar sind.
Einfache Modelle für Privathaushalte gibt es ab ca. 30 €. Leistungsstarke Geräte für Büros kosten je nach Ausstattung und Sicherheitsstufe mehrere hundert Euro.
Beim Partikelschnitt wird Papier vertikal und horizontal zerkleinert, sodass kleine Partikel entstehen. Im Vergleich zum Streifenschnitt erhöht dies die Sicherheit. Das ist ideal, wenn sensible Akten gescannt und anschließend vernichtet werden sollen.
Alle Dokumente mit persönlichen Daten sollten geschreddert werden, z. B. Kontoauszüge, Rechnungen, Vertragsunterlagen, medizinische Akten, Steuerunterlagen oder Versicherungsdokumente. So wird das Risiko von Datenmissbrauch minimiert.
Entscheidend sind Sicherheitsstufe (wie klein die Papierschnitte sind) und Kapazität (Anzahl Blätter, Geschwindigkeit, Größe des Auffangbehälters). Für Privates reichen kleinere Geräte, in Büros sind leistungsstarke Modelle nötig.
Für allgemeine Schriftstücke wie Werbung oder private Korrespondenz reichen P-2 oder P-3. Bei vertraulichen Daten (z. B. medizinische Unterlagen, Bankinformationen) sollte mindestens P-4 oder P-5 gewählt werden.