TIFF – Definition, Verwendung & Erstellung

28.09.2026 7min Bildformate
Zuletzt aktualisiert am 09.07.2026

TIFF „kurz erklärt“

TIFF steht für Tagged Image File Format und ist ein Rastergrafik-Bildformat, welches vor allem in der Archivierung verwendet wird. Es ist verlustfrei und einfach erweiterbar und unterstützt transparente Flächen.

Was ist ein TIFF?

TIFF (auch TIF) steht für Tagged Image File Format und gehört zur Gruppe der Rastergrafiken. Ein Tag bezeichnet hierbei eine Information über die enthaltene Grafik, beispielsweise die Breite, Höhe oder den Farbraum. TIFF ist ein sehr vielseitiges Bildformat, da es verlustfrei und erweiterbar ist, Transparenzen unterstützt und sich sowohl für den Druck als auch für die Archivierung eignet.

Die Kurzschreibweise TIF weist technisch keinen Unterschied zu TIFF auf. Sie wurde nur eingeführt, da ältere Windows-Systeme lediglich Dateiendungen aus drei Buchstaben auslesen konnten.

Geschichte

Erfunden wurde die TIFF-Datei Mitte der 1980er-Jahre von der Aldus Corporation. Ursprünglich wurde das Format für die Farbseparation bei gescannten Grafiken entwickelt, welches eine hohe Kompatibilität mit anderen Geräten und Programmen aufweisen sollte. Insbesondere lag der Fokus hierbei auf der Druckvorbereitung von Bildern, wobei die Datei später auch für die Anwendung online optimiert wurde.

Nachdem Aldus von Adobe aufgekauft wurde, gehört das TIFF-Format nun auch zu den Dateiformaten von Adobe.

Wofür verwendet man TIFF-Dateien?

Für TIFF-Dateien gibt es unterschiedliche Anwendungsbereiche.

Hochwertige Druckprodukte mit Bildern basieren oft auf TIFF-Dateien, da sie mit CMYK kompatibel sind und deshalb kaum Farbabweichungen zwischen digital und Druck aufweisen. Besonders für Bildbände ist dies äußerst wichtig.

In der Fotografie ist TIFF das Zwischenformat zwischen den originalen RAW-Dateien nach der Aufnahme und der Bearbeitung. Die verlustfreie TIFF-Datei kann zwischengespeichert werden, bevor das Bild abschließend bearbeitet wird.

Für Museen, aber auch für Unternehmen und Privatpersonen eignen sich TIFF-Dateien für die Langzeitarchivierung von Fotos und Bildern. Dieses Format stellt sicher, dass die Grafiken auch nach jahrelanger Speicherung noch verlustfrei und in originaler Qualität erhalten bleiben.

In der Medizin wird dieses Dateiformat oft für Bildaufnahmen wie aus dem MRT verwendet, damit keine relevanten Daten durch die Komprimierung verloren gehen. Dies stellt eine präzise Diagnosestellung sicher.

Wenig geeignet sind TIFF-Dateien dagegen für die Webanwendung oder den E-Mail-Versand, da sie oft sehr viel Speicherplatz benötigen.

Weitere Arten

Neben dem normalen Standard-TIFF-Format gibt es spezielle Varianten, welche in bestimmten Bereichen zur Anwendung kommen.

Format Inhalt Verwendung
TIFF/TIF Standardformat Druckvorstufe, Fotografie
GeoTIFF Koordinaten Satellitenaufnahmen
BigTIFF Datengröße >4GB Große Scans
TIFF/IT Druck-Spezifikation Professioneller Druck
TIFF/EP Kamera-Standard Basis von Rohdatenformaten (RAW)

Herausforderungen und Nachteile

TIFF-Dateien finden Anwendung vor allem im Profibereich und können deshalb einige Herausforderungen für die Anwender mitbringen.

  • Große Dateien
    TIFFs komprimieren verlustfrei oder können überhaupt nicht komprimiert werden. Dies hat zur Folge, dass sie um ein Vielfaches größer sind und auch mehr Speicherplatz benötigen als vergleichbare Formate wie JPEG.
  • Nicht webtauglich
    Einige Browser wie Chrome oder Safari können keine TIFF-Grafiken anzeigen, während andere Schwierigkeiten mit den langen Ladezeiten haben.
  • Kompatibilitätsprobleme
    Da jeder Anwender die Tags der TIFF selbst definieren kann, ist es zwar vielseitig einsetzbar, kann jedoch auch zu Problemen beim Öffnen führen. Besonders wenn ein Programm diese spezifischen Tags nicht auslesen kann, kann die Datei nicht geöffnet werden.
  • 4-GB-Grenze
    Eine Standard-TIFF-Datei kann nur Inhalte bis zu 4GB speichern. Bei größeren Dateien muss auf das BigTIFF-Format zurückgegriffen werden.
  • Datenaustausch
    TIFF-Grafiken werden meist über Cloud-Speicher ausgetauscht, da sie für einfache E-Mails zu groß sind.

Vergleich mit anderen Formaten

Neben TIFF gibt es noch weitere Bildformate, welche hierzu in Konkurrenz stehen. Der folgende Abschnitt wird TIFFs mit verschiedenen Dateiformaten vergleichen.

TIFF vs. JPEG

TIFF JPEG
Qualität Verlustfrei Verlustbehaftet
Dateigröße Groß Klein
Farbtiefe 32 Bit pro Kanal 8 Bit pro Kanal

Aufgrund dieser Eigenschaften wird TIFF meist für den Druck verwendet, während JPEG als Webgrafik Anwendung findet.

In einer 8-Bit-Farbtiefe stehen dem Programm 2^8 (also 256) Abstufungen von Rot, Grün und Blau zur Verfügung. 32-Bit kann dagegen eine enorm größere Farbtiefe abbilden und speichern.

TIFF vs. PNG

TIFF PNG
Größe Groß Oft effizienter komprimiert
Druckkompatibilität Ja (CMYK) Nein (RGB)
Transparenz Möglich Möglich

TIFF eignet sich eher für das hochwertige Scannen von Dokumenten, während PNG vorwiegend für den Druck zum Einsatz kommt.

TIFF vs. PSD

TIFF PSD
Flexibilität Offen Proprietär
Transparenz Möglich Möglich
Datengröße bis 4 GB (oder mehr mit BigTIFF) Max. 2 GB

Proprietär bedeutet hier, dass das Format PSD nur durch ein entsprechendes, kostenpflichtiges Programm geöffnet und bearbeitet werden kann. Hier ist das freie TIFF klar im Vorteil.

TIFF vs. RAW

TIFF RAW
Bestandteile Entwickeltes Bild Unbearbeitete Sensordaten
Bearbeitung Nachträglich durch externe Programme möglich Anpassung von Belichtung etc. möglich
Speicherung Archivierung bearbeiteter Bilder Als DNG für Archivierung von Rohdaten

RAW-Dateien sind Rohdaten aus der Fotografie, welche eine hohe Detaildichte aufweisen. Um in anderen Bereichen verwendet werden zu können, sollten sie jedoch bearbeitet und als TIFF oder in einem anderen Dateiformat abgespeichert werden.

Erstellung und Konvertierung von TIFF-Dateien

Für das Erstellen eines TIFF gibt es mehrere Möglichkeiten. Jedes gängige Bildbearbeitungsprogramm oder jede Scan-Software kann ein erstelltes Bild als TIFF-Datei speichern. Da diese jedoch meist proprietär sind, gibt es auch kostenlose Alternativen online. Windows selbst kann über die „Speichern unter“-Funktion Dateien ebenfalls in diesem Format speichern.

Beim Speichern sollte je nach Verwendung auf den richtigen Farbraum, CMYK für Druck und RGB für die Webanwendung, geachtet werden. Die Farbtiefe von 32 Bit pro Kanal sollte im Idealfall voll ausgenutzt werden, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Zudem sollten die Dateien in einer ZIP oder LZW gespeichert werden, um sie verlustfrei zu komprimieren und Speicherplatz zu sparen.

Für die Konvertierung gibt es ebenfalls mehrere Varianten. Die einfachste Möglichkeit ist, die Datei im Erstellungsprogramm zu öffnen und in einem anderen Dateiformat abzuspeichern. Ist dies nicht möglich, gibt es weitere Programme für die Umwandlung zum Download, welche entweder eine große Menge an Dateien gleichzeitig umwandeln können oder Online-Konverter für einzelne Dateien sind.

Am häufigsten wird in JPEG, PDF und PNG konvertiert, da

  • JPEG als kleine Datei ideal für Web und Mails ist, jedoch an Qualität verliert
  • PDF für den Austausch von Dokumenten und Druckdaten geeignet sind
  • PNG für die verlustfreie Webdarstellung mit transparenten Flächen verwendet werden
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Technische Struktur eines TIFF

Die technische Struktur hinter einer TIFF-Datei besteht aus drei Teilen, welche im Folgenden erklärt werden sollen.

Der Image File Header besteht aus den ersten 8 Bytes der Datei.

  1. Die ersten zwei Bytes beschreiben die Byte-Reihenfolge: Little-Endian (II; Intel) oder Big-Endian (MM; Motorola).
  2. Die zweiten zwei Bytes sind 42, welche die Datei als TIFF identifizieren.
  3. Die letzten vier Bytes weisen auf die Position des ersten Bildverzeichnisses der Datei und bilden somit den ersten IFD-Offset.

Little-Endian und Big-Endian unterscheiden die Art und Weise, wie ein Programm den Hex-Code der TIFF-Datei speichert. Ein Byte, beispielsweise die Zahl 42, hat den Hex-Code 00 2A. 2A ist hierbei das kleinere Ende, 00 das größere.

Ist die Datei nun als II, also Little-Endian, gespeichert, wird der Code als 2A 00 gespeichert, mit dem kurzen Ende voran. Bei MM oder Big-Endian wird der Code dagegen als 00 2A gespeichert.

Das Image File Directory bildet das Inhaltsverzeichnis der Datei. Jedes IFD nennt zunächst die Anzahl der Einträge, gefolgt von den Tags selbst. Am Ende des IFD steht ein weiterer 4-Byte-Code, welcher auf das nächste Verzeichnis hinweist, oder der Wert null, welcher das Ende der Kette anzeigt.

Tags sind die Einträge im IDF, welche die Datei beschreiben und aufbauen. Jeder Tag ist genau 12 Bytes lang und besteht aus der Tag-ID, dem Datentyp, der Anzahl der Werte und dem eigentlichen Wert bzw. einem Offset, falls dieser Wert größer als 4 Bytes ist. Der gesamte Tag im Inhaltsverzeichnis ist genau genommen nur ein Wegweiser, welcher beschreibt, an welchem Ort in der Datei sich eine Information befindet. Dieser Wegweiser wird auch als Offset bezeichnet.

Häufig gestellte Fragen

Ein TIFF ist ein Dateiformat, welches verlustfrei und in hoher Qualität speichert. Es eignet sich besonders als Druckvorlage, da es mit dem Farbschema CMYK kompatibel ist.

Eine TIFF-Datei wird meist in der Druckbranche als Vorlage eingesetzt, da sie CMYK unterstützt und eine hohe Qualität garantiert. Aufgrund dessen wird das TIFF aber auch in den Bereichen Fotografie, Archivierung und Medizin angewandt, da die Dateien eine hohe Auflösung haben und verlustfrei speichern. Der einzige Nachteil hier ist allerdings, dass die Dateigröße größer ist als bei anderen Dateiformaten und deshalb mehr Speicherplatz benötigt wird.

Während eine TIFF-Datei verlustfrei, also mit höchster Qualität, komprimiert, verliert eine JPEG beim Speichern an Qualität. Dafür ist die JPEG jedoch aufgrund der kleineren Größe besser für das Web geeignet. Eine PDF dagegen beinhaltet meist Text und Bilder gemischt und kann dadurch auch durchsuchbar sein. Sie hat ebenfalls eine kleinere Größe und ist damit für den Transfer von Daten besser geeignet.

Nein, es gibt keinen technischen Unterschied zwischen TIF und TIFF. Der Grund für das fehlende F sind veraltete Betriebssysteme, welche Dateibezeichnungen nur mit drei Buchstaben darstellen konnten. Beide Bezeichnungen sind heute noch gebräuchlich, wobei TIFF die weiter verbreitete Variante ist.