Wie entsorgt man Fotos?
Fotoabzüge bestehen nicht aus reinem Papier, sondern aus einem beschichteten Verbundmaterial:
- Trägerschicht aus Papier, bei modernen Abzügen beidseitig mit Polyethylen beschichtet (PE- oder RC-Papier)
- Bildschicht aus Gelatine mit Silberhalogeniden und Farbkupplern
- Schutzschicht aus Lack oder Kunststoff
Diese Beschichtungen und die enthaltene Gelatine lassen sich im Papierrecycling nicht von den Fasern trennen. Fotos gehören daher nicht ins Altpapier, sondern werden im Restmüll entsorgt und dort thermisch verwertet.
Ebenso werden Dias, Negative sowie Sofortbilder im Restmüll entsorgt. Bei größeren Mengen kann die Entsorgung am Wertstoffhof erfolgen. Lediglich Fotos, die auf gewöhnlichem Papier ohne Beschichtung gedruckt sind, können im Altpapier entsorgt werden.
Private Fotos ohne erkennbare Personen können ohne weitere Schritte im Restmüll oder am Wertstoffhof entsorgt werden.
Restmüll | Wertstoffhof
Geschäftliche Aufnahmen ohne Personenbezug können im Restmüll oder bei großen Mengen am Wertstoffhof entsorgt werden.
Restmüll | Wertstoffhof
Private Fotos mit erkennbaren Personen sollten vor der Entsorgung im Restmüll oder am Wertstoffhof zerschnitten, geschreddert oder zerrissen werden.
Restmüll | Wertstoffhof
Geschäftliche Fotos mit erkennbaren Personen oder unternehmensinternen Inhalten erfordern nach ISO/IEC 21964 eine dokumentierte Vernichtung.
Dokumentierte Vernichtung
- Hochauflösende Digitalisierung Ihrer Fotos mit bis zu 1200 dpi
- Professionelle Nachbearbeitung und Restaurierung Ihrer alten Fotos
- Digitalisierung Ihrer Fotos mit anschließender Entsorgung oder Vernichtung
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Entsorgung von privaten Fotos
Bei der Entsorgung privater Fotos ist das Motiv entscheidend für die notwendigen Schritte vor der Entsorgung. Für Fotos mit erkennbaren Personen ist es empfohlen, diese vor der Entsorgung im Restmüll unkenntlich zu machen, während Fotos ohne erkennbare Personen ohne vorherige Schritte entsorgt werden können.
Entsorgung von privaten Fotos ohne erkennbare Personen
Private Fotos ohne erkennbare Personen umfassen alle Landschafts-, Tier- und Objektaufnahmen. Diese Fotos können ohne weitere Schritte im Restmüll entsorgt werden. Bei größeren Mengen an Fotos kann die Entsorgung ebenso am Wertstoffhof erfolgen.
Vor der Entsorgung sollten die Fotos aus Alben, Rahmen und Hüllen entnommen werden, da diese Bestandteile getrennt entsorgt werden.
Entsorgung von privaten Fotos mit erkennbaren Personen
Die Entsorgung von privaten Fotos mit erkennbaren Personen erfolgt im Restmüll, nachdem die Fotos unkenntlich gemacht wurden:
- Zerschneiden: Das Zerschneiden der Fotos mit einer Schere, insbesondere entlang der abgebildeten Gesichter, verhindert eine Identifizierung der Personen.
- Zerreißen: Das mehrfache Zerreißen der Fotos bietet einen vergleichbaren Schutz, ist bei beschichteten Fotos jedoch kraftaufwendiger.
- Schreddern: Vor dem Schreddern muss geprüft werden, ob der Aktenvernichter für Fotopapier geeignet ist, da handelsübliche Geräte meist nicht darauf ausgelegt sind.
Die meisten privaten Fotos zeigen Aufnahmen von Familienfeiern, Urlauben, Hochzeiten, Kindheitserinnerungen oder Porträts. Solche Fotos fallen im privaten Bereich nicht unter die Vorgaben der DSGVO, sollten aber aus persönlichem Interesse geschützt werden.
Bei einer größeren Anzahl an Fotos empfiehlt es sich zudem, die Fotos auf mehrere Müllsäcke oder Abfuhrtermine zu verteilen, damit keine zusammenhängenden Sammlungen entstehen. Alternativ können größere Mengen am Wertstoffhof entsorgt werden. Auch bei der Entsorgung am Wertstoffhof sollten die Fotos zuvor unkenntlich gemacht werden.
Vor der Entsorgung alter Fotos sollte immer das Sichern der Aufnahmen bedacht werden. Viele Fotos stellen Erinnerungen dar und sind Andenken an wichtige private Momente. Hinzu kommt, dass Fotoabzüge einem natürlichen Verfall unterliegen, der zu Farbstichen und Farbverlusten führt. Eine professionelle Digitalisierung der Fotos löst diese Probleme: Die Fotos werden in ein digitales Format übertragen, in dem Aufnahmen langfristig und platzsparend aufbewahrt werden können, während die physischen Fotos entsorgt werden. Professionelle Scandienstleister bieten die Entsorgung oder Vernichtung von Fotos meist als Teil des Digitalisierungsprozesses mit an, und können auch alte Fotos mit moderner Software aufbereiten.
Entsorgung von geschäftlichen Fotos
Auch im geschäftlichen Bereich ist für die Entsorgung entscheidend, ob auf den Fotos Personen erkennbar sind. Fotos mit identifizierbaren Personen gelten als personenbezogene Daten und unterliegen den verpflichtenden Vorgaben der ISO/IEC 21964 (früher DIN 66399) und der DSGVO.
Entsorgung von geschäftlichen Fotos ohne Personenbezug
Geschäftliche Fotos ohne Personenbezug umfassen ausschließlich Sach- und Objektaufnahmen ohne erkennbare Personen. Diese Fotos enthalten keine personenbezogenen Daten und können im Restmüll entsorgt werden, sofern sie auch keine unternehmensinternen Informationen preisgeben. Bei großen Mengen erfolgt die Entsorgung über den gewerblichen Restmüll oder am Wertstoffhof.
Zu beachten ist, dass auch Sachaufnahmen einen Personenbezug herstellen können, etwa durch lesbare Kennzeichen, Namensschilder, Hausnummern in Verbindung mit Straßennamen oder aufgedruckte Kunden- und Vorgangsnummern. Ebenso können Beschriftungen auf der Rückseite eines Fotos personenbezogene Informationen enthalten. In diesen Fällen gelten die Vorgaben für Fotos mit Personenbezug.
Entsorgung von geschäftlichen Fotos mit Personenbezug
Fotos, auf denen Personen identifizierbar sind, gelten nach der DSGVO als personenbezogene Daten. Die Entsorgung dieser Fotos darf nicht im Restmüll erfolgen, sondern erfordert eine Vernichtung, die eine Wiederherstellung und Identifizierung ausschließt. Für eine datenschutzkonforme Vernichtung der Fotos sind die Vorgaben der ISO/IEC 21964 zu befolgen.
Fotoabzüge auf Papier werden nach ISO/IEC 21964 der Materialart P zugeordnet. Bei personenbezogenen Inhalten gilt im Regelfall mindestens Sicherheitsstufe 4 (P-4). Die exakte Schutzklasse und Sicherheitsstufe werden entsprechend der abgebildeten Inhalte festgelegt. Geschäftliche Fotos mit Personenbezug erfordern demnach eine zertifizierte Vernichtung, die durch ein Vernichtungszertifikat belegt wird, sofern die Vernichtung über einen externen Dienstleister erfolgt.
Vor der Entsorgung sollte die langfristige Sicherung der Aufnahmen bedacht werden. Hierzu bietet sich die Digitalisierung der Fotos an, um die Aufnahmen in ein digitales Format für eine revisionssichere Aufbewahrung zu übertragen. Für eine fachgerechte Digitalisierung bietet sich ein professioneller Scandienstleister an, der die Vernichtung als Teil des Digitalisierungsprozesses übernimmt.
Entsorgung von Dias und Negativen
Dias und Negative werden im Restmüll entsorgt. Sowohl Dias als auch Negative bestehen aus einem nicht recycelbaren Materialverbund mit einer Trägerfolie aus Cellulosetriacetat oder Polyester und einer Bildschicht aus Gelatine und Silberverbindungen.
Dia-Rahmen aus Kunststoff oder Karton sollten vor der Entsorgung entfernt werden, sofern eine getrennte Entsorgung gewünscht ist. Aufgrund der geringen Materialmenge ist eine Entsorgung der gerahmten Dias im Restmüll jedoch in vielen Regionen ebenfalls zulässig.
Negative und Dias mit erkennbaren Personen sollten wie Fotoabzüge vor der Entsorgung zerschnitten werden. Da die Bilder auf Negativen und Dias im Kleinformat vorliegen, ist ein Zerschneiden in kleine Stücke erforderlich, um eine Identifizierung auszuschließen.
Im geschäftlichen Bereich gelten auch bei Dias und Negativen die Vorgaben der ISO/IEC 21964 bei der Entsorgung, sofern es sich um personenbezogene oder unternehmensinterne Aufnahmen handelt. Anders als Papierabzüge werden Dias und Negative der Materialart F für verkleinerte Informationsdarstellungen zugeordnet, während der Schutzbedarf und die Sicherheitsstufe auch hier abhängig von den abgebildeten Inhalten sind.
Wichtig: Vor 1960 hergestellte Negative, und seltener Dias, können mit Nitrofilm (auch: Nitratfilm) als Filmmaterial gefertigt sein. Das Material ist leicht entzündlich und kann sich unter ungünstigen Bedingungen bereits bei niedrigen Temperaturen (38 °C) selbst entzünden. Ein Brand ist nicht mit Wasser löschbar, kann ohne Sauerstoffzufuhr bestehen und setzt giftige Gase frei. Die Entsorgung von alten Negativen und Dias mit Nitrofilm darf nicht über den Restmüll erfolgen und muss über die Schadstoffsammlung oder spezialisierte Einrichtungen erfolgen.
Alben, Rahmen und Zubehör entsorgen
Eine fachgerechte Entsorgung von Fotos setzt eine Entnahme aus Rahmen, Alben und Hüllen voraus, um alle Bestandteile gemäß ihrer Materialien zu entsorgen.
Bestandteil
Material
Entsorgung
Fotoalbum
Karton & Papier
Altpapier
Fotoalbum mit Folienseiten
Karton & Kunststoff
Restmüll
Bilderrahmen
Holz
Sperrmüll | Wertstoffhof
Bilderrahmen
Kunststoff
Restmüll | Wertstoffhof
Rahmenglas
Glas
Wertstoffhof
Dias
Materialverbund
Restmüll | Wertstoffhof
Negative
Materialverbund
Restmüll | Wertstoffhof
Dia-Rahmen
Kunststoff
Restmüll
Dia-Rahmen
Karton
Altpapier
Nitrofilme (hergestellt vor 1960)
Nitrocellulose
Schadstoffsammlung
Weitere Beiträge und Ratgeber zur fachgerechten Entsorgung von Medien finden Sie hier:
Alternativen zur Entsorgung
Fotos haben in vielen Fällen einen hohen ideellen Wert, verfügen aber meist über keinen monetären Wert oder einen aktiven Zweitmarkt mit hoher Nachfrage.
- Digitalisierung: Um Aufnahmen langfristig aufzubewahren und die physischen Fotoabzüge entsorgen zu können, ist die Digitalisierung der Fotos die beste Wahl. Zudem werden die Aufnahmen vor dem physischen Verfall geschützt.
- Weitergabe in der Familie: Familienfotos können vor der Entsorgung innerhalb der Familie angeboten werden, da Familienmitglieder die Fotos möglicherweise erhalten möchten.
- Weitergabe an Archive: Stadtarchive, Heimatvereine, Museen und Hochschulen haben häufig Interesse an Fotos von Ortsansichten, historischen Gebäuden, Zeitereignissen sowie an Aufnahmen zur Alltags- und Industriegeschichte.
- Verkauf: Historische Fotografien, frühe fotografische Verfahren wie Daguerreotypien oder Ambrotypien sowie Aufnahmen bekannter Fotografen können verkauft werden und sind bei Sammlern gefragt.
Häufig gestellte Fragen
Fotos werden im Restmüll entsorgt, nachdem sie aus Alben, Rahmen und Hüllen entnommen wurden. Bei großen Mengen erfolgt die Entsorgung am Wertstoffhof.
Nein, Fotos werden nicht im Altpapier, sondern im Restmüll entsorgt. Beschichtetes Fotopapier enthält Stoffe und Chemikalien, die sich im Papierrecycling nicht von den Fasern trennen lassen. Daher erfolgt die Entsorgung im Restmüll, wo die Fotos thermisch verwertet werden, oder am Wertstoffhof.
Dias und Negative bestehen aus einem nicht recycelbaren Materialverbund und werden im Restmüll entsorgt.
Filmmaterial aus der Zeit vor etwa 1960 kann aus Nitrocellulose bestehen. Dieser Nitrofilm ist leicht entzündlich und muss bei der Schadstoffsammlung oder am Wertstoffhof abgegeben werden, und darf nicht im Restmüll entsorgt werden.